Was genau hat es mit einem Wechselkennzeichen auf sich?

Wer ein Auto anmeldet, bekommt hierzulande dafür ein Kennzeichen, welches diesen einen Wagen genau identifiziert. Von diesem Grundsatz möchte die Bundesregierung in naher Zukunft leicht abweichen, denn wie in Österreich oder der Schweiz soll auch in Deutschland das sogenannte Wechselkennzeichen eingeführt werden.

Ein Wechselkennzeichnen weist die Besonderheit auf, dass sich damit nicht mehr nur ein Fahrzeug führen lässt, sondern mehrere. In der aktuellen Diskussion geht man davon aus, dass sich mit einem solchen Kennzeichen künftig bis zu 3 Wagen ausstatten lassen, wobei allerdings immer nur eines der Fahrzeuge gleichzeitig genutzt werden darf und die anderen sich auf privatem Gelände befinden müssen.

ADAC sieht bei Wechselkennzeichen großes Sparpotenzial im Hinblick auf Steuern und Kfz Versicherung

Nach Ansicht des ADAC ist das Wechselkennzeichen ein guter Anreiz für Personen mit großen Fahrzeugen, sich zusätzlich einen spritsparenden Kleinwagen oder später sogar ein Elektroauto für die Stadt anzuschaffen. Dieser umwelttechnische Aspekt könnte dadurch untermauert werden, dass bei Wechselkennzeichen künftig nur noch das Fahrzeug mit der höchsten Typenklasse in der Kfz Versicherung versichert werden muss.

Einen entsprechenden Tarif hat die ADAC Autoversicherungs-AG bereits probehalber erstellt, was für den Autobesitzer durchaus eine große Ersparnis mit sich bringen kann. Näheres zur Kfz Versicherung lässt sich auf dem Internetportal Kfzversicherungen.org finden.

Der ADAC plädiert zudem dafür, dass bei der Nutzung eines Wechselkennzeichens auch steuerlich nur noch das Fahrzeug mit der höchsten Typenklasse berücksichtigt wird. Bisher zeigte sich das Finanzministerium diesbezüglich eher skeptisch, aber es dazu auch sind noch keine Entscheidungen gefallen.

Grüne Politiker sehen den umweltschonenden Aspekt eher skeptisch

Die Meinung der Grünen zum Wechselkennzeichen ist hingegen eher skeptisch, weil sich das Potenzial für umweltverträglichere Energienutzung ihrer Meinung nach eher in Grenzen hält.
Beim ADAC sieht man das jedoch anders, denn ADAC-Präsident Peter Meyer sieht mit dem Wechselkennzeichen die Möglichkeit, dass das Umweltbewusstsein der Bürger gestärkt wird und diese auch aufgrund der immer weiter voranschreitenden Ausdehnung der Umweltzonen innerhalb der Städte tatsächlich auf umweltschonende Kleinwagen umsteigen, wenn sie innerhalb der Stadtgebiete Besorgungen machen müssen und die entsprechenden Vergünstigungen eines Wechselkennzeichens nutzen können.

Noch gibt es keine Beschlüsse zum Wechselkennzeichen

Ursprünglich war die Einführung der Wechselkennzeichen bereits für Januar 2011 geplant, jedoch wurde das Vorhaben immer weiter verschoben und da aktuell immer noch keine festen Beschlüsse existieren, bleibt es spannend, ob der Termin Sommer 2011 tatsächlich eingehalten werden kann.

Darüber hinaus sind auch noch einige interessante Punkte zu klären, denn wenn es weder steuerliche noch versicherungstechnische Vergünstigungen in Bezug auf das Wechselkennzeichen geben wird, ist dies nicht mehr sonderlich attraktiv.

Aktuell ist nämlich nicht klar, ob es wirklich ein flächendeckendes Angebot der Autoversicherer in Bezug auf Wechselkennzeichen gibt, weil verschiedenen Berichten zufolge der Gesamtverband der Deutschen versicherungswirtschaft (GDV) nicht damit rechnet und eher für eine einzelne Absicherung jedes Fahrzeugs plädiert.

Die zusätzliche Skepsis von Finanzminister Schäuble im Hinblick auf die Besteuerung ist ein weiterer möglicher Stolperstein, so dass man aktuell nur abwarten kann, in welcher Form die sogenannten W-Kennzeichen später eingeführt werden und ob sie letztlich zu einer Verbesserung der Situation für die Autofahrer führen.

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