Versicherungsschutz bei Autoprobefahrten

Wer sich dazu entschließt ein neues Auto zu kaufen – wenngleich ob beim Händler oder von Privat – wird höchstwahrscheinlich eine Autoprobefahrt durchführen wollen. Bei der Fahrt mit dem fremden Auto sollten im Vorhinein einige Vereinbarungen getroffen werden. Verkäufer und potenzieller Käufer sollten hierbei auf mögliche Versicherungsansprüche bei einem Unfall achten.

KFZ-Haftpflichtversicherung in Deutschland Pflicht

Für zulassungspflichtige Fahrzeuge ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben eine KFZ-Haftpflichtversicherung abzuschließen, mit der eventuelle Schadensersatzansprüche abgedeckt werden können. Hierbei sollen auch Schäden gedeckt werden, die durch einen Dritten bei dem Betrieb des Fahrzeugs im Straßenverkehr entstehen. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Verkehrsunfälle mit oder ohne Folgeschäden.

Im Falle eines Unfalls haftet neben dem Fahrer auch der Halter des Autos mit der KFZ-Haftpflichtversicherung. Schäden, die von der Versicherung übernommen werden, belaufen sich auf Personen, Sachen, Vermögen oder immaterielle Dinge. Insbesondere sind hier Heilungskosten bei Personenschäden oder Schmerzensgeld als immaterieller Schaden zu nennen.
Fährt der Halter eines Fahrzeugs mehrere Jahre unfallfrei, werden ihm sogenannte Schadenfreiheitsrabatte angerechnet und der Versicherungsbeitrag reduziert sich kontinuierlich. Im Falle eines Unfalls kann der Beitrag wieder höher gestuft werden – aufgrund eines höheren Risikos für die Versicherung.

Unfall bei der Autoprobefahrt – was tun?

Vor dem Kauf eines neuen Autos möchte der potenzielle Käufer meist zunächst das Auto zur Probe fahren. Hierbei sollten im Vorfeld sowohl vom Verkäufer als auch vom potenziellen Käufer einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Im Rahmen des Verkehrsrechtes muss der Halter des Fahrzeugs der Sorgfaltspflicht nachkommen, was im Falle einer Fahrzeugüberlassung bedeutet, dass er sich den Personalausweis und den Führerschein zeigen lassen sollte. Hierbei kann zum einen der Name des Probefahrers notiert werden und zum anderen überprüft werden, ob die von der Person gemachten Angaben korrekt sind.

In vielen Fällen macht es Sinn spezielle Probefahrtvereinbarungen von beiden Parteien unterzeichnen zu lassen. Hierbei können Namen, Kilometerstand und eventuell existierende Schäden notiert werden ebenso wie Vereinbarungen hinsichtlich der Benzinkosten oder der Fahrzeit getroffen werden. Diese Vereinbarungen können in einem möglichen Streitfall sehr hilfreich sein. Auch bei einem Verkauf von Privat an Privat sind derartige Vereinbarungen sinnvoll, um mögliche Versicherungsansprüche geltend machen zu können.

Sollte es bei einer Autoprobefahrt zu einem Unfall kommen, haftet in der Regel der Halter des Fahrzeugs mit seiner Versicherung. Diese übernimmt den Schaden jedoch nicht, wenn der Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat – also beispielsweise Alkohol getrunken hat oder wissentlich zu schnell gefahren ist. In diesem Fall haftet der Fahrer für den kompletten Schaden.
Aufgrund der möglichweise großen Schäden, die während eines Verkehrsunfalles bei der Probefahrt entstehen können, sollten im Vorhinein alle nötigen Vereinbarungen zwischen beiden Parteien unterschrieben werden. Somit sind beide im Normalfall auf der sicheren Seite.

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